1939
Abendlandschaft Fischerhude
1939

Otto Modersohn

Soest 1865 - 1943 Rotenburg/W.

Öl auf Leinwand, 42 x 58 cm, unten links signiert und datiert ’39.

Werkverzeichnis: WV-OM-SW 1939, Nr. 35: Abend, Gehöft (Neveln)
Mit aktueller Echtheitsbestätigung des Otto-Modersohn-Museums in Fischerhude.

Preis: € 22.000

 

Das Gemälde ist ein charakteristisches Werk der späten 30er Jahre.

Morgen- und Abendstimmungen bieten dem Künstler die Möglichkeit seine weichen Strichführungen in ein atmosphärisches Ganzes einzubetten. Otto Modersohn stellt den Landschaftsausschnitt mit einem zarten, vom Abendlicht der untergehenden Sonne eingefärbten Himmel dar. Ein altes Bauernpaar treibt die kleine Kuhherde zum Stall.

Dargestellt ist ausweislich der eigenen Aufzeichnungen des Künstlers das Gehöft Neveln, das zu einer kleinen Gruppe von Anwesen am Nordarm der Wümme bei Fischerhude gehört.

Für Modersohn und seine stimmungsvollen Landschaften schwärmte bereits früh seine spätere Frau Paula Becker, als sie 1897 in Worpswede Urlaub machte: ”Er hatte so etwas Weiches, Sympathisches in den Augen. Seine Landschaften, die ich auf den Ausstellungen sah, hatten tiefe, tiefe Stimmung in sich. Heiße, brütende Herbstsonne, oder geheimnisvoll süßer Abend. Ich möchte ihn kennenlernen, diesen Modersohn...” (aus dem Tagebuch, zitiert in: Margret Steenfatt: Ich, Paula. Die Lebensgeschichte der Paula Modersohn-Becker, Weinheim: Beltz, 1991, S. 36)

 

Biografie:

Das Werk Otto Modersohns wird in drei Hauptabschnitte unterteilt:
Jugend und Akademiezeit werden unter dem Begriff "Frühwerk - Westfalen" zusammengefasst.
"Worpswede" setzt mit der Entdeckung dieses Ortes durch Fritz Mackensen und Otto Modersohn im Sommer 1889 ein.
"Fischerhude" beinhaltet die Jahre nach 1908. Diese Zeit schließt jene Bilder ein, die während Modersohns Reisen nach Franken in den zwanziger Jahren und seiner Aufenthalte in seinem Haus im Allgäu ab 1930 entstanden.

Bekannt wurde Otto Modersohn als Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede.

Er hat ein umfangreiches malerisches und zeichnerisches Werk hinterlassen, welches in der Tradition der französischen Freilichtmalerei des 19. Jahrhundert, der Schule von Barbizon, steht.

Bereits früh revoltierte Modersohn gegen den Akademismus und entwickelte sich zu einem unabhängigen Einzelgänger, der seine künstlerischen Ziele mit den Begriffen Einfachheit, Intimität und Innerlichkeit definierte und seine kreative Kraft aus der geistigen Versenkung in die Natur schöpfte.

1884 begann er das Kunststudium an der Kunstakademie Düsseldorf. 1888 wechselte er zur Kunstakademie Karlsruhe in die Klasse von Hermann Baisch.

Im Juli 1889 reiste Otto Modersohn mit Fritz Mackensen zum ersten Mal nach Worpswede. Hans am Ende folgte im August nach. 1893 trafen Fritz Overbeck und 1894 Heinrich Vogeler, ebenfalls Studenten der Düsseldorfer Akademie, ein.

1895 stellten die Worpsweder zum ersten Mal als Künstlergruppe in der Bremer Kunsthalle aus. Von der Presse als "Apostel des Hässlichen" beschimpft, wurden doch zwei Werke für die Sammlung angekauft. Anschließend erlebten die fünf Worpsweder im Münchener Glaspalast ihren ersten großen Erfolg und den nationalen sowie internationalen Durchbruch. Sie wurden als "das europäische Ereignis" gefeiert.

Otto Modersohns großformatiges Gemälde „Sturm im Teufelsmoor“ von 1895 wurde von der Neuen Pinakothek in München angekauft und gilt seit dem 22. August 1938 als verschollen.

1897 gründete die Malergruppe die Künstlervereinigung Worpswede. Im gleichen Jahr ging Otto Modersohn die Ehe mit der Bremer Kaufmannstochter Helene Schröder (1868-1900) ein, die ihm 1898 eine Tochter, Elsbeth (1898-1984), gebar.

1899 trat er aus der Künstlervereinigung wieder aus. Er kämpfte „für die persönliche, individuelle Freiheit“ jedes Einzelnen in der Kunst, wie er es in seinem Austrittsschreiben am 25. Juli 1899 formulierte.

1900 starb nach langer, schwerer Krankheit seine erste Frau. In diese Zeit fällt die Freundschaft mit Rainer Maria Rilke und Carl Hauptmann.

1901 heiratete er die Malerin Paula Becker, die kurz nach der Geburt der Tochter Mathilde (Tille Modersohn, 1907-1998) an einer Embolie starb.

Auch die folgenden 36 Schaffensjahre an der Seite seiner dritten Frau Louise Breling (1883–1950), Tochter des Malers Heinrich Breling, mit der er zwei Söhne hatte, Ulrich Modersohn (1913–1943) und Christian Modersohn (1916–2009), waren nach der Übersiedelung von Worpswede (1908) und den Sommermonaten von 1930-36 im Allgäu von intensiver Arbeit geprägt.

 

HINWEIS: Sie erhalten ein echtes Originalgemälde des Künstlers, wie beschrieben und mit einer Dokumentationsmappe zum Objekt.
Zibelius Fine Art ist ein auf die Kunstrichtungen Impressionismus und Post-Impressionismus spezialisierter, renommierter Kunsthandel.
Sven Zibelius ist als Experte bekannt durch zahlreiche Publikationen und nationale sowie internationale Messeteilnahmen. Fairer Partner im Ankauf und Verkauf.
Bei Interesse an diesem Otto Modersohn Gemälde sprechen Sie uns gerne unverbindlich an. Wir geben Ihnen aufrichtig und umfassend alle Informationen die Sie wünschen.

 

handgefertigter Vergolderrahmen

(im Preis enthalten)

Rückseite